Unsere Projektarbeit bezieht sich sowohl auf den Senegal als auch auf Deutschland. Neben unserer Hauptaufgabe - der Verteilung von Hilfsmitteln - führen wir im Senegal Workcamps, Workshops sowie Schulprojekttage durch und finanzieren Projekte, die Aufklärungsarbeit leisten.

Die Arbeit in Deutschland ist vor allem durch die Projektarbeit an Schulen, der Organisation von Workshops, Ausstellungen und Benefizveranstaltungen sowie der Durchführung von Infoständen geprägt. Primäres Ziel ist es, Aufklärung über die sozialen und medizinischen Verhältnisse von Menschen mit Behinderung im Senegal zu leisten und ein Problembewusstsein in den Köpfen der Menschen zu schaffen.

 

 

 

Projektreisen zur Verteilung der gesammelten Spenden

Seit 2004 fahren einmal jährlich Mitglieder und Interessierte von Rollis für Afrika e.V. in den Senegal. Die Projektreisen dienen in erster Linie der Verteilung der gesammelten Hilfsmittel. Nähere Informationen zu den einzelnen Reisen können Sie hier nachlesen: 2004 | 2005 | 2006 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013

 

 Sensibilisierungsarbeit im Senegal

Während der Projektreise 2008 wurden wir in der Region Ngueniene angesprochen, dass es insbesondere gegenüber Frauen mit Behinderung sehr viel Diskriminierung gibt. Wir kamen gemeinsam mit den Betroffenen überein, dass wir diesem Zustand entgegenwirken wollen und sie dafür ein Veranstaltungskonzept entwickeln sollten. Nach circa zweijähriger Vorlaufzeit konnte das Vorhaben dann im März 2010 in die Tat umgesetzt werden, wobei Rollis für Afrika e.V. jedoch nur als Förderer auftrat und die Veranstaltungskosten in Höhe von 600 € übernahm.
Die Frauen der ANHMS/Guediawaye und die Präsidentin aller Frauen der ANHMS/Senegal organisierten einen zweitägigen Workshop, der die Probleme der Frauen mit Behinderung selbst und in Form gesellschaftlicher Diskriminierung thematisierte. Am ersten Tag ging es darum, die vorhandenen Probleme zu konkretisieren und Lösungsstrategien zu entwickeln. Der zweite Tag war durch die praktische Umsetzung der erarbeiteten Ergebnisse geprägt. Hierzu wurden die 25 Dorfchefs der Region Ngueniene, der Vorstand der katholischen Diozöse, der Imam und örtliche Vertreter des Islams sowie der Bürgermeister und Vertreter aus den regionalen Parlamenten eingeladen. Ziel war es, zusammen mit den EntscheidungsträgerInnen der verschiedenen gesellschaftlichen Teilbereiche, die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, dass es in Zukunft weniger Diskriminierung und Ausgrenzung von Frauen mit Behinderung in der Region gibt.

 

Workshops

Während unserer bisherigen Senegalreisen mussten wir immer wieder mit Erschrecken feststellen, dass viele Missbildungen (wie z.B. Dekubitus, Kontrakturen) durch einfache Prophylaxe hätten verhindert werden können. Zwar versuchen wir bei der Verteilung der Hilfsmittel die Betroffenen darauf hinzuweisen, dass sie bestimmte Vorsorgemaßnahmen treffen sollen, doch ist dies nicht immer ausreichend. Aus diesem Grund entschlossen wir uns dazu, ein dreitägiges Seminar zu finanzieren, bei dem den teilnehmenden SenegalesInnen Grundkenntnisse in ergo- und physiotherapeutischen Maßnahmen vermittelt wurden. Dies ist als ein Tag zur Selbsthilfe zu sehen, da die AbsolventInnen das neu erworbene Wissen in ihren Dörfern direkt anwenden und weitervermitteln können.

 

Mikrokreditvergabe an Menschen mit einer Behinderung

Ein zentrales Ziel von Rollis für Afrika e.V. ist es, Menschen mit Behinderung ein Leben auf Augenhöhe mit ihrem sozialen Umfeld zu ermöglichen. Welche Schritte sind nötig?

  1. Sensibilisierung: Im Bewusstsein der Menschen die Akzeptanz und Toleranz fördern sowie über die Ursachen der Behinderung aufklären.
  2. Mobilität: Die Mobilität der Menschen mit Behinderung durch die Vergabe von Hilfsmitteln zu erleichtern.
  3. Stärkung der sozialen Position: Der letzte Schritt ist ihnen gesellschaftliche Akzeptanz auf dem Arbeitsmarkt zu verschaffen. Gleichzeitig gibt man ihnen damit die Möglichkeit, zum Einkommen ihrer Familien beizutragen und sich von Abhängigkeiten zu befreien.

Aus diesem Grund hat sich Rollis für Afrika e.V. entschlossen, die erfolgreiche und bereits langjährig existierende Mikrokreditlinie der Frauensektion der ANHMS in Guediawaye/DAKAR zu unterstützen (Section Feminin de l’ANHMS de Guediawaye). Diese Mikrokreditlinie vergibt Kredite hauptsächlich an Menschen mit Behinderung, zu einem kleinen Teil aber auch an Menschen, die z.B. ein behindertes Kind zu versorgen haben, selbst aber nicht behindert sind. Des Weiteren werden zu einem sehr geringen Anteil Menschen gefördert, die weder selbst behindert sind noch Angehörige mit einer Behinderung haben. Dies erfolgt mit dem Ziel, dem sozialen Umfeld zu zeigen, dass Menschen mit Behinderung dazu in der Lage sind, aktiv an der Gestaltung ihrer Umwelt mitzuwirken. Rollis für Afrika e.V. fördert die Mikrokreditlinie durch die Vergabe eines Kredites über fast zwei Jahre zu günstigen Konditionen von 2%/Jahr. Des weiteren übernimmt Rollis für Afrika e.V. die Kosten für die Ausbildung der erstmaligen KreditnehmerInnen in Form eines eintägigen Workshops. Die Kosten für Transport und Kommunikation, die durch die Verwaltung der Kredite in drei weiteren von Guediawaye/DAKAR entfernten Regionen entstehen, werden ebenfalls von Rollis für Afrika e.V. übernommen.

 

Aufklärungsarbeit in Deutschland

Die Projektarbeit in Deutschland ist vor allem dadurch geprägt, dass wir in Schulen Vorträge halten, Selbsterfahrungskurse mit den SchülerInnen durchführen und gemeinsam die Problematik von Menschen mit Behinderung im Senegal erarbeiten. Ziel ist es, unter den SchülerInnen ein Problembewusstsein für die Situation in Entwicklungsländern zu schaffenund sie dazu in die Lage zu versetzen, ihr alltägliches Verhalten in Bezug auf die Probleme der Entwicklungsländer kritisch du überdenken.
Wie ist die Situation von Menschen mit Behinderung im Senegal? Welche ganz alltäglichen und selbstverständlichen Annehmlichkeiten habe ich in Deutschland? Wie kann ich mit meinem Verhalten die Situation in Entwicklungsländern mit beeinflussen? All dies sind Fragen, die während der meist eintägigen Projekte in Schulen behandelt werden.