Projektreise 2010

 

 

Projektreise 2010Wow, 2010 und bereits der fünfte Container. Konkret bedeutet dies, dass wir bisher fast 1.000 Hilfsmittel nach Senegal gespendet und verteilt haben. Dies bedeutet aber auch, dass wir fast 1.000 Menschenleben positiv verändern konnten. Durch die zusätzliche Flut an Geld- und Sachspenden im Anschluss an die TV Übertragung der Dokumentation „Rollis für Afrika" - Ein Rollstuhl, ein Leben! konnten wir bereits frühzeitig mit der Planung dieses Containers beginnen. Voll beladen mit über 260 Rollstühlen, Gehhilfen und orthopädische Spezialgeräten, stellte er die größte Lieferung seit unserer Projektgründung dar. Darüber hinaus wurden wir erstmalig bei der Verteilung der Hilfsmittel von vier jungen Praktikantinnen aus Schopfheim und Berlin begleitet. Zusammen sind wir in die abgelegensten Orte Senegals gefahren, um die Menschen zu erreichen, die am wenigsten die Chance haben, an Hilfsmittel zu kommen.

 

Bei tagelangen Verteilaktionen in Steppen, Dörfern und Städten Senegals konnten wir Dank der umfangreich gespendeten Hilfsmittel, vielen Menschen helfen und sie unabhängiger und mobil machen. Jedoch war es in etlichen Fällen mit einem Rollstuhl oder Gehhilfen längst nicht getan. Viele Leute, darunter häufig Eltern mit ihren Kindern, kamen mit schweren Behinderungen und Erkrankungen hilfesuchend zu uns, da sie keinerlei Mittel haben, diese behandeln zu lassen. Konfrontiert mit erschütternden Einzelschicksalen haben wir uns daher entschieden, über Individualspenden Kinder zu unterstützen. Darunter einige an Hydrozephalus (Wasserkopf) erkrankte, denen mit einer einzelnen OP (Shuntlegung) das Leben erhalten und dauerhaft geholfen werden kann.

 

Bei unserer Verteilaktion in Koungheul kam der 20 Jährige Ibrahima völlig ausgemergelt mit schmerzverzerrtem Gesicht und massiv geschwollenem Bein zu uns. Er leidet, seit er 2 Jahre alt ist, an chronischer Elephantiasis, einem entzündlichen Lymphstau, der zu einer extremen Vergrößerung seines linken Fußes und Verhärtung der Haut führte. Hauptursache hierfür sind durch Stechmücken übertragene Fadenwürmer. In den letzten 3 Monaten ist Ibrahimas Bein immer mehr angeschwollen, multiple offene Spannungsblasen sowie Dreck und Fliegen verschlimmerten die parasitäre Infektion. Als er zu uns kam, war er völlig am Ende. Von Schmerzen gezeichnet, stand er kurz vor einer Sepsis. Er bat uns um Hilfe und wir beschlossen, ihn direkt ins Krankenhaus bringen zu lassen und in Zusammenarbeit mit der dortigen Behindertenvereinigung die Operation, in diesem Fall eine Amputation, zu organisieren und zu finanzieren.

 

Bilder der Projektreise 2010