Projektreise 2014

 

 

Die 10. Projektreise ist erfolgreich zu Ende. Der Container, voll beladen mit fast 300 Rollstühlen und ca.100 anderen Hilfsmittel, wie Gehhilfen, Gehböcken, Rollatoren ist am 4. März in Guediawaye eingetroffen.Zu Beginn der Projektreise war das Team noch klein. Pablo, Simon und Buki sowie Sarah, Laura, Toby, Carlos und Margit, die ein paar Tage „Rolli-für-Afrika-Luft“  geschnuppert haben, sind seit Anfang März im Land gewesen. Mit Unterstützung der Bandmitglieder von Irie Revoltes, die dieses Jahr ein paar Tage im Land waren und sich das Projekt vor Ort mal angesehen haben.

Beim Eintreffen des Containers waren Pape Diallo, Bara und Seydou aus dem Team Senegal noch im Landesinneren, an der Grenze zu Mali  unterwegs, um den Bedarf an Rollstühlen für die Verteilung zu evaluieren. So konnte diesmal nur Omar zusammen mit dem Team aus Deutschland den Container in Guediawaye entgegennehmen. Da aber in Senegal Gemeinschaft einen sehr hohen Stellenwert hat, kamen super viele fleißige HelferInnen und unterstützten uns bei der Containerentladung. In Lichtgeschwindigkeit war er ausgeladen.

Vor der Verteil-Aktion war dann erst einmal Arbeit im Rollstuhllager angesagt: Fußrasten zum passenden Rollstuhl zusammensuchen, Räder montieren und reparieren, abgefallene Armlehnen und sonstige Teile mit Rollstühlen zusammenfügen und sortieren.  In der Hitze Senegals war da schon viel Durchhaltevermögen gefordert. Zum Glück hatten wir noch Unterstützung von der gesamten Band der Irie Revoltes.

Die ersten Verteilungen haben wir in dem Département „Pikine“ (bei Dakar) durchgeführt. In Pikine Ville, Keur Massar und Ginaw Rail wurden insgesamt 36 Rollstühle und 21 Paar Gehhilfen verteilt.  Mitte März stießen dann die restlichen Rolli Mitglieder, Tobi, Hansi, Aline und Elena, die zum ersten Mal im Senegal waren, dazu. Nach stundenlangem gemeinsamen Planen, welche Routen man fährt und wo zuerst verteilt wird, haben wir beschlossen, uns in zwei Teams aufzuteilen, um gleichzeitig Verteilungen durchführen zu können. Grund dafür war vor allem die begrenzte Zeit, in der wir als große Equipe im Land waren. Eine kleine Gruppe sollte in die Regionen Tambacounda und Kédougou an die Grenzregionen zu Mali und Guinea Bissau, während das restliche Team in die nördlichen Regionen Louga und St. Louis bis an die Mauretanische Grenze reisen sollte.

Pape Diallo (als Physiotherapeut und Koordinator), Seydou (als Fahrer und Techniker), Bara (als Physiotherapeut) und Jean (als Mechaniker zur Rollstuhlanpassung) haben bei heißesten Temperaturen (45grad und mehr!!!!) in Tamba tolle Arbeit geleistet. Tambacounda ist die heißeste Region Senegals und viele Kommunen sind sehr weit voneinander entfernt, sodass am Tag zusätzlich zu der harten Arbeit hunderte von Kilometern zurückgelegt werden mussten. So wurden in zehn tagen in sechs verschiedenen „zones rurales“ (auf Deutsch etwa „Landkreise“) 41 Rollstühle und 43 andere Hilfsmittel (wie Gehhilfen, Gehstöcke oder Rollatoren) verteilt. Die „zones rurales“ waren: Tambacounda Ville, Missirah, Kédougou, Bakel, Médina Gounass und Koussanar.

Zur gleichen Zeit fuhr das größere Team (Omar als Koordinator, Onz als Fahrer, Mamy und Amy für die Logistik und als Übersetzerinnen für Tobi den Physiotherapeuten, Pablo auch als Koordinator, Simon als Technik- und Filmbeauftragter, Hansi als Mechaniker zur Rollstuhlanpassung, Aline für den Blog-Bericht, Elena für den Ton und Buki für Film und den Blog-Bericht) mit dem Großen Bus erst in die Region Louga und dann in die Region St. Louis an der Grenze zu Mauretanien. Insgesamt konnten hier in acht Kommunen/Ortschaften 54 Rollstühle und 43 weitere Hilfsmittel verteilt werden. Die Kommunen waren: Louga ville, Léona, Guéoul, Kébémer, Darou Mousty, Dagana, Richard Toll und Ross Béthio.

Wie jedes Jahr wurden wir während den gesamten Verteilungen in den jeweiligen Städten, wo wir auch jede Nacht unser Schlaflager neu aufstellten, wieder herzlichst empfangen und willkommen geheißen. Die Gastfreundlichkeit schafft immer wieder auf's Neue eine freudige Arbeitsatmosphäre. Wir hatten immer sehr viel Spaß und Freude auf den Fahrten und bei den Verteilungen vor Ort.  Nach der intensiven Verteilung mit zwei Teams wurde in Guediawaye noch eine kleine Verteilung mit der gesamten Equipe durchgeführt.

Die letzten Tage, in denen das Team aus Deutschland noch vor Ort war, haben wir genutzt, um ein Treffen mit der DAHW (Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe) für eine eventuelle Zusammenarbeit zu arrangieren und um nochmal intensiv gemeinsam die Datenbank auszuarbeiten und das Arbeiten daran zu üben. Insgesamt haben wir in den vier Wochen  131 Rollstühle und 107 weitere Hilfsmittel wie Gehhilfen, Gehstöcke und Rollatoren verteilt.

 

Seit vier Tagen sind Omar, Pape Diallo, Bara und Seydou in den Regionen Kaolack und Fatick unterwegs und ermitteln dort den Bedarf an Hilfsmitteln. Im Juni verteilen sie dann die restlichen Hilfsmittel. Die Regenzeit soll dann erstmal zum Netzwerkausbau und zum Kontakte-knüpfen in den verschiedenen Regionen genutzt werden, um im Okt/Nov. wieder weiteren Bedarf zu evaluieren. Dies ist Voraussetzung für die Containerbeladung in Deutschland Anfang nächsten Jahres.

 

Wir bedanken uns bei allen HelferInnen und UnterstützerInnen im Senegal und in Deutschland!!!

 

Bilder der Projektreise 2014